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Späte Kindheit

Vom Säugling zum Jung-Erwachsenen - jede Entwicklungsstufe hat seine Besonderheit.

Moderatoren: maeusemama21, Babett

Späte Kindheit

Beitragvon Ralf » Mi 15. Jul 2009, 12:13

Unter dieser Phase der kindlichen Entwicklung soll die Zeit zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr erfasst werden. Im juristischen Sinne müsste sie bis zum 14. Lebensjahr datiert sein, weil von diesem Zeitpunkt an, juristisch gesehen, das Jugendalter beginnt. Aus psychologischer Sicht erweist sich diese Einteilung aber als sinnvoll, wenn die qualitative Entwicklung der Persönlichkeitsmerkmale zu Grunde gelegt wird. Der Übergang von der Kindheit in das Jugendalter ist ein "fließender Prozess" mit starken interindividuellen aber auch intraindividuellen Unterschieden.

Die Neun- bis Zwölfjährigen befinden sich im mittleren Schulalter. In ihrer körperlichen Entwicklung vollzieht sich allmählich der Übergang von der so genannten "2. Fülle" (einer Wachstumsphase, in der der Körper mit Muskel- und Fettmasse gewissermaßen "angefüllt" wird) zur 2. Streckung, auch 2. Gestaltwandel genannt, in welchem ein Körperwachstum "in die Länge" dominiert. In der kognitiven Entwicklung vollzieht sich ebenfalls ein Übergang: vom empirischen Denken zum theoretischen Denken (nach Piaget: von der konkret-operationalen zur formal-operationalen Phase). Kategorisierungen, die Einteilung von Ober- und Unterklassen, sind im Denken möglich, ebenso Abstrahierungen, d. h. Wahrnehmungen und Denken lösen sich von der konkreten Anschauungsgrundlage. Grundlegende Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie notwendige Konzepte und Denkschemata für das Alltagsleben sind ausgebildet. Das geschieht natürlich immer in Abhängigkeit von den für das Kind existierenden Aneignungsbedingungen, von denen die Qualität des jeweils Erreichten bestimmt wird.

Mit der Fächerspezialisierung in der Schule entwickeln sich zunehmend auch Neigungen und Interessen für bestimmte Fächer und Bereiche. Sachlich Interessierendes tritt mehr und mehr in den Vordergrund. Das in der vorangegangenen Stufe personenbezogene Lernen geht zurück. Es hat sich bezüglich schulischer Anforderungen und deren Bewältigungsfähigkeiten ein individuelles Anspruchsniveau entwickelt, d. h. die Kinder können jetzt schon recht gut einschätzen, was sie an Anforderungen und wie sie diese bewältigen können. Ihr Fähigkeitskonzept ist schon relativ stabil ausgebildet. In der sozialen Entwicklung beginnt der Prozess der Ablösung vom Elternhaus. Es gewinnen Freizeitgruppen mit Gleichaltrigen an Bedeutung. Anfangs sind die Geschlechter dabei noch relativ getrennt, wobei diese Trennung zunehmend aufgehoben wird. Die Kinder erlernen ein angemessenes männliches bzw. weibliches soziales Rollenverhalten. Sie entwickeln Einstellungen zu sozialen Gruppen und Institutionen und erwerben moralische Wertestandards.
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