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Säuglingsalter

Vom Säugling zum Jung-Erwachsenen - jede Entwicklungsstufe hat seine Besonderheit.

Moderatoren: maeusemama21, Babett

Säuglingsalter

Beitragvon Ralf » Mi 15. Jul 2009, 12:10

Eine termingerechte Geburt liegt zwischen der vollendeten 37. und 42. Schwangerschaftswoche. Das reif geborene mitteleuropäische Kind ist im Durchschnitt 50 - 53 cm lang und wiegt ca. 3500 Gramm. Für das Säuglingsalter lassen sich zwei Phasen der Entwicklung unterscheiden. Es sind dies:
die Neugeborenen- und die erweiterte Neugeborenenzeit (Geburt bis zu den ersten zwei bis drei Monaten) und
die Zeit des "kompetenten Säuglings" (Alter zwischen drei bis vier Monaten und einem Jahr).
Die Geburt verlangt vom Kind eine starke physiologische Anpassung. Es muss nun eigenständig atmen, Herz und Kreislauf regulieren, Wärmehaushalt stabilisieren, Nahrung aufnehmen und verdauen und im neuen Umfeld seine Motorik "einpassen". Diese Anpassungen werden nach dem so genannten APGAR-Index beobachtet und bewertet: Hautfärbung, Gleichmaß und Art der Atmung, Muskelspannung, Reflexauslösbarkeit und Herzschlag/Pulsfrequenz werden ein, fünf und zehn Minuten nach der Geburt nach drei Bewertungsstufen beurteilt (Oerter & Montada, 2002). Das Neugeborene zeigt in den ersten Lebenswochen Verhaltensweisen, die gut zu beobachten sind und die dann offenbar aus seinem Verhalten verschwinden, um entweder gar nicht mehr oder erst Wochen und Monate später in veränderter Form wieder aufzutauchen. Zu diesen gehören: das Saugen, das Suchen (bei Berührung der Wange), das frühe Greifen, die Schwimmbewegungen, das Schreiten, das Kriechen. Mit dem Verschwinden dieser Verhaltensweisen zwischen dem 2. und 4. Monat steigt zugleich das visuelle Interesse des Kindes insbesondere für das menschliche Gesicht und es beginnt die ersten Lallversuche (primäre Lallphase).

Die visuellen Fähigkeiten des Neugeborenen sind zunächst nicht so differenziert ausgebildet wie seine anderen Sinne. Es sieht nur auf ca. 20/25 cm Entfernung bei mittlerer Helligkeit relativ scharf, bevorzugt Muster mit deutlichen Konturen und präferiert Gesichter. Es kann einem Reiz, der sein Interesse gefunden hat, mit den Augen und dem Kopf bereits folgen. Die aktive Loslösung von einem Reiz gelingt erst mit etwa drei Monaten beim Auftauchen eines neuen Reizes. Dann wird auch das aktive Erkunden der Umwelt flexibler. Dies steht im Zusammenhang mit der kognitiven Entwicklung des Kindes. Während in den ersten zwei bis drei Monaten Vertrautheit und Neuigkeit Bedingungen für die Aufmerksamkeit des Kindes darstellen, sind es nachfolgend solche Kriterien wie Solidarität, Sichtbarkeit und Kausalität, die das Kind mit den Personen und den Dingen der Umwelt in Verbindung bringen.

Die nächste Phase in der Entwicklung des Kindes wird "kompetenter Säugling" (Oerter & Montada, 2002) genannt, weil das Baby seine grundlegenden Kompetenzen ausbildet, obwohl es in allen wichtigen Lebensfunktionen auf einen betreuenden Erwachsenen angewiesen ist. Zum Erwerb grundlegender Kompetenzen sind die Entwicklung der Grobmotorik, des Greifens, der Wahrnehmung und des Erkundens wichtige Voraussetzungen und diese sind gleichsam in ihrem quantitativen und qualitativen Zusammenhang zu sehen. Grobmotorik und Greifen haben zwar eigene Verläufe; es gibt aber auch bedeutsame Verbindungen, die einen qualitativen Entwicklungsabschnitt kennzeichnen und einen neuen einleiten. Nachdem das Kind im Verlauf des zweiten bis vierten Lebensmonats die Fähigkeit erlangt hat, seinen Kopf in verschiedenen Körperpositionen aufrecht zu halten und die Hand zum Greifen öffnen kann, vereinen sich etwa ab dem vierten Lebensmonat Schau- und Greifraum zu einem Aktivitätssystem. Das visuell gesteuerte Greifen entwickelt sich als eine wichtige Erkenntnisaktivität. Etwa mit sechs Monaten kann das Kind frei sitzen und beginnt zu krabbeln. Beidhändiges Greifen ist dadurch möglich und unterschiedliche Ausführungshandlungen können aufeinander abgestimmt werden. Dabei ist zu beobachten, dass das Baby versucht, Greifhand und zu ergreifendes Objekt einander anzupassen, was wiederum auf verbesserte Gedächtnisleistungen schließen lässt.

Das acht- bis zehnmonatige Kind kann sich aus dem Liegen aufrichten, stabil frei sitzen, vorbeugen und dehnen und erprobt erste Formen der Fortbewegung wie Rollen, Robben, Rutschen und Kriechen. Die hierbei gemachten Raumbewegungserfahrungen fördern gleichsam die Raumorientierung sowie spezifische Bereiche der kognitiven Entwicklung des Kindes. Die erlangte Fähigkeit zur Fortbewegung ermöglicht dem Kind, die Umwelt weiter zu erkunden und ihre Gegebenheiten als Anregungen aufzugreifen. Auch für das soziale und emotionale Verhalten sind diese Erfahrungen wichtig. Das Kind probiert sich aktiv aus und hat dabei Emotionen, es erlebt Freude. Es sucht Kontakt zur Mutter und sichert sich gewissermaßen ab, ob alles "in Ordnung" ist.

Ungefähr mit neun Monaten kann das Kind zwei unterschiedlich schwere Gegenstände unterscheiden und es kann haptische (Tast-) und visuelle Informationen aufeinander beziehen. Schließlich beginnt das Kind mit etwa zehn Monaten aktiv nach Gegenständen zu suchen. Das bedeutet, dass das Kind Vorstellungen von den Gegenständen der Umwelt entwickelt hat (Objektpermanenz), was wiederum im engen Zusammenhang mit der eigenaktiven motorischen Erkundung des Umfeldes zu stehen scheint. Zum Ende des ersten Lebensjahres hat die Bewegungsentwicklung dann ein solches Niveau erreicht, welches es dem Kind ermöglicht, sich selbst aufzurichten, an Gegenständen hochzuziehen, Gleichgewicht zu halten sowie die ersten Gehversuche zu unternehmen. Das wiederum führt zu einer Erweiterung des Erkundungshorizonts und trägt zur Differenzierung des geistigen Bereichs bei. Diese Entwicklungen im ersten Lebensjahr vollziehen sich in enger sozialer und emotionaler Interaktion mit den Eltern bzw. anderen betreuenden Personen.

Welches elterliche Verhalten fördert die Entwicklung des Kindes in dieser Lebensphase? Wissenschaftliche Untersuchungen verweisen insbesondere auf folgende drei Verhaltensbereiche:
1.) das intuitive Elternverhalten,
2.) die elterliche Sensibilität bzw. Sensitivität und
3.) die kindgerechte Sprechweise.
Papousek und Papousek (1987) charakterisieren das intuitive Elternverhalten als eine Mitgift aus der Evolution, die optimal an die Lernbedürfnisse und Kompetenzen des Kindes angepasst ist. Zu den Elementen eines solchen Verhaltens zählen sie:
a) die Prüfung und Regulierung des Wachheits- und Erregungszustandes des Kindes,
b) die Herstellung des visuellen Kontaktes und der Kommunikationssituation,
c) die angemessene Stimulation und
d) die Unterstützung integrativer Prozesse.
Sensitivität bezeichnet die Fähigkeit der Eltern (in der Regel der Mutter), auf das kindliche Verhalten konkret und angemessen (sensibel) zu reagieren (Ainsworth et al., 1978). Diese Interaktion ist durch eine spezifische emotionale Qualität gekennzeichnet (Oerter & Montada, 2002). Als Dimensionen gelten:
- die positive emotionale Einstellung und Zuwendung,
- die Gegenseitigkeit und Harmonie,
- die emotionale Unterstützung und das emotionale Dabeisein sowie
- die Stimulation als kognitive und emotionale Anregung.
Die kindgerechte Sprechweise gilt als eine Teilkomponente des intuitiven Elternverhaltens, die eine verhaltensregulierende Funktion ausübt. Sie kann anregend, bestätigend oder besänftigend wirken und ist somit für die Mutter-Kind-Interaktion von wesentlicher Bedeutung.
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Re: Säuglingsalter

Beitragvon Littlemuck02 » Fr 12. Feb 2010, 23:39

In dem Text oben steht das Kinder zwischen acht und zehn monaten schon sitzten können und rollen!Meine Tochter wird diesen Monat zehn monate und sie kann sich noch nicht aufrecht hinsetzten oder vom liegen aufrichten und rollen oder krabbeln auch noch nicht!Mein Kinderarzt sagte wenn sie das bis ende diesen MOnats immer noch nicht kann müsste ich wieder mit Ihr zum Kinderarzt !Ich frage mich ob das wirklich so schlimm ist ?Vielleicht möchte sie auch einfach noch nicht? Oder müssen die das unbedingt mit zehn monaten schon alles können?
Littlemuck02
 

Re: Säuglingsalter

Beitragvon eangle6 » Fr 12. Feb 2010, 23:47

Danke sehr intresant
eangle6
 

Re: Säuglingsalter

Beitragvon Katrin » Fr 12. Feb 2010, 23:50

Littlemuck02 hat geschrieben:In dem Text oben steht das Kinder zwischen acht und zehn monaten schon sitzten können und rollen!Meine Tochter wird diesen Monat zehn monate und sie kann sich noch nicht aufrecht hinsetzten oder vom liegen aufrichten und rollen oder krabbeln auch noch nicht!Mein Kinderarzt sagte wenn sie das bis ende diesen MOnats immer noch nicht kann müsste ich wieder mit Ihr zum Kinderarzt !Ich frage mich ob das wirklich so schlimm ist ?Vielleicht möchte sie auch einfach noch nicht? Oder müssen die das unbedingt mit zehn monaten schon alles können?

ich denke schon das das bedenklich ist und würde dir raten den engen kontakt zum arzt zu suchen bezw. zu halten
Katrin
 


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